Heute war es also soweit. Das iPhone 5, hochgelobtes Smartphone mit Hype-Faktor Unendlich, steht endlich in den Apple Stores der Startländer, zu denen glücklicher Weise auch Deutschland gehört. Schon vor dem offiziellen Marktstart war klar, dass diese iPhone Generation wieder alle Rekorde brechen würde. Satte 2 Millionen Vorbestellungen gingen in Cupertino seit dem 14. September ein und man vermutet aller Orten, dass am ersten Verkaufswochenende bis zu 10 Millionen Geräte an den Mann, oder die Frau, gebracht werden könnten. Soweit eigentlich nichts Neues, denn sind wir mal ehrlich, Apple ist, was Hype und Vorberichterstattung neuer Produkte angeht, immer noch der Chef im Ring. Wer von euch erinnert sich beispielsweise daran, wie aufgeregt sämtliche Medien wegen dem neuen Nokia Handy waren? Richtig. Andere Hersteller finden in den Massenmedien einfach nicht so statt, wie Apple das tut. Problematisch an der ganzen Sache ist allerdings, dass durch die erhöhte Aufmerksamkeit der Medien auch die von Apple hergestellten Produkte unter einer enormen Beobachtung stehen und sich von Tag 1 an sehr kritischen Betrachtungen stellen müssen. Das vermutlich prominenteste Beispiel dafür war wohl das berühmte „Antenna-Gate“. Angelehnt an den großen Polit-Skandal in den USA aus den 70er Jahren fühlte sich sogar Apples damaliger CEO Steve Jobs genötigt, seinen Urlaub mit der Familie zu unterbrechen, um ein Event abzuhalten, in dem er aller Welt ausführlich erklärte, dass mit der iPhone Antenne überhaupt nichts falsch läuft, sondern die Kunden das Gerät lediglich falsch in den Händen halten. Davon, dass die Empfangsleistung bei Konkurrenzprodukten in ähnlicher Haltung ebenfalls in die Knie geht, ganz zu schweigen.

Zu diesen Startschwierigkeiten gesellten sich über die Jahre noch diverse Schwierigkeiten mit neuen Displays, die plötzlich gelblich schimmerten, weil es Probleme mit dem verwendeten Kleber gab und noch viele andere Kleinigkeiten, die, bedingt durch das enorm große Interesse der Medien, auch unfassbar aufgebauscht wurden. Fluch auf der einen Seite, Segen auf der Anderen. Denn obwohl diese „Fehler“ zu Kritik an Apples Produkten führten, garantierten sie dem Unternehmen doch den Verbleib in den Schlagzeilen der weltweiten Presse.

Jetzt ist also das iPhone 5 da und wird von den Konsumenten auf Herz und Nieren geprüft. Und wie sollte es anders sein, bereits beim Verkaufsstart heute morgen kamen diverse Meldungen über Twitter, dass das iPhone 5 bereits in der Verpackung beschädigt sein sollte. Von Rissen auf der Rückseite, Abschürfungen der Farbe auf dem Rahmen des Smartphones oder Macken im Gehäuse war alles dabei. Der Blogger Marvin Kroell war heute mit vielen Anderen schon früh im Apple Store seines Vertrauens, um sich sein iPhone 5 abzuholen. Kurz nach dem Erhalt seines iPhone 5 dann der Schock: das Gerät hatte auf der Rückseite bereits erste Macken, obwohl er es gerade erst aus der Verpackung genommen hatte. Ein Gang zurück in den Apple Store später war das iPhone dann umgetauscht und eine neue Verpackung wurde geöffnet. Doch auch hier waren Beschädigungen am iPhone zu erkennen und so nahm das Schauspiel seinen Lauf. Ganze 30 (!) iPhones wurde von Kroell und seinen Begleitern im Apple Store geöffnet, jedoch waren alle entweder beschädigt, oder es waren Unregelmäßigkeiten in der Lackierung zu sehen. Das ganze Spektakel wurde von ihm live „vertwittert“ so dass viele Menschen seinen Leidensweg hautnah mitverfolgen konnten. Es dauerte nicht lange und es meldeten sich unzählige Apple Kunden, die ebenfalls ein bereits beschädigten iPhone 5 aus der Originalverpackung befreit hatten. Mittlerweile haben einige Publikationen das Problem aufgegriffen, doch eine Reaktion von Apple blieb bislang aus.

Das Problem scheint zunächst offensichtlich. Das anodisierte Aluminium auf der Rückseite des iPhone 5 scheint extrem anfällig für Kratzer und Beschädigungen aller Art zu sein. Der Blog MacRumors hat bereits einen entsprechenden Artikel veröffentlicht. Was aber dazu führte, dass die Geräte bereits verkratzt in der Originalverpackung gelandet sind, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit beantworten. Eine Möglichkeit wäre, dass die Geräte beim Verpacken in den chinesischen Werkstätten auf harten Unterlagen zwischengelagert wurden, nachdem sie mit der obligatorischen Schutzfolie versehen wurden. Ein nicht gepolstertes Laufband ist ebenfalls eine der möglichen Ursachen.

Deutlich zu erkennen: das iPhone 5 ist bereits in der Originalverpackung beschädigt. (Bild: http://twitpic.com/awtfjm)

Bislang wurde bekannt, dass Apple die Geräte anstandslos umtauscht. Ob es sich bei den Ersatzgeräten aber um einwandfreie iPhones handelt, lässt sich erst nach erneutem Öffnen der Verpackung sagen. Auf Nachfrage bei T-Mobile hieß es, dass auf diese Art Beschädigte Geräte erst eingeschickt und einer Prüfung unterzogen werden müssten. Bearbeitungszeit laut Mitarbeiter am Telefon: 2 Wochen. Da lohnt sich doch eher der gang in den nächsten Apple Retail Store, wo man auch gleich das Austauschgerät auspacken kann, um zu sehen, ob auch dort Beschädigungen vorliegen oder eben nicht.

Das Problem hat sogar schon einen Namen, wenn auch relativ einfallslos gewählt: Scuff Gate (vom englischen to scuff – abwetzen oder abstoßen)

Jetzt die Frage an euch: habt ihr das iPhone 5 vielleicht schon? Habt ihr auch Beschädigungen daran gefunden, oder ist euer Gerät vielleicht frei von Fehlern? Wart ihr vielleicht schon im Apple oder T-Mobile Store und habt reklamiert? Dann ab in die Kommentare damit, wir sind schon schwer gespannt auf eure Erfahrungsberichte.